Beruf und Familie: Dreiklang der Vereinbarkeit

Führung in Zeiten von Individualisierung

Die Zeiten sind schon lange vorbei, in denen ein Unternehmen drei Teilzeitmodelle hatte und meinte, damit allem gerecht werden zu können. Die in verschiedensten Lebensbereichen gewachsene Vielfalt verlangt individuelle Lösungen. Soll heißen: Durch die Diversität der beruflichen Anforderungen aber auch der Belange unterschiedlicher Generationen sowie Lebensphasen und Lebensstile benötigt ein Arbeitgeber heute ein buntes Portfolio an Gestaltungsmöglichkeiten.
Doch wie geht Gestaltung, wenn 1. der Betrieb laufen soll, 2. Beschäftigte zufrieden gestellt und 3. Teams funktionieren sollen?
Dies gelingt nur im „Trialog“, einem Aushandlungsprozess, bei dem sowohl die betrieblichen Belange als auch die individuellen Belange des Mitarbeiters / der Mitarbeiterin und des Teams Berücksichtigung finden. Erst mit dem Vereinbarkeits-Trialog lässt er sich sicherstellen: der Dreiklang der Vereinbarkeit.

Dies ist allerdings eine große Herausforderung für die Führungskräfte. Sie befinden sich in einem Spannungsdreieck: Sie sind es, die versuchen müssen, die richtigen Prioritäten zu setzen, um unter Berücksichtigung der vielfältigen Belange den betrieblichen Anforderungen noch gerecht zu werden. Sie sind es auch, die eine dafür essenzielle Grundlage schaffen müssen – nämlich gegenseitiges Verständnis für die Belange von Führung, einzelnem Beschäftigten und Team.

Die berufundfamilie Service GmbH hat zusammen mit der AOK Hessen ein Instrument zur operativen Umsetzung des Vereinbarkeits-Trialogs entwickelt, das nicht nur das gegenseitige Verständnis fördert, sondern auch einen Prozess konkretisiert und mit Leben füllt, indem alle Beteiligten konstruktiv zu von allen Seiten akzeptierten und damit tragfähigen Ergebnissen kommen:
den Tri-Check

Der Tri-Check besteht aus einer Handlungshilfe und Checklisten für Führungskräfte, MitarbeiterIn und Team. Diese sind praxisorientiert aufgebaut und dienen der
- Vorbereitung von Gesprächen
- Analyse von Anliegen
- Lösungsfindung
- Reflexion von Lösungsgesprächen und -prozessen

Forenablauf

1. Zunächst wird Oliver Schmitz in das Thema einführen, über die Ursprünge der verschiedensten Bedarfe berichten und hier besonders auf die Generationen sowie die Lebensphasen und -stile eingehen.

2. Frau Lambert von der AOK Hessen wird von dem Prozess der Entwicklung des Instrumentes Tri-Check berichten und den praktischen Erfahrungen.

3. Anschließend werden an 3 Stationen (Führungskraft, MitarbeiterIn, Team) die jeweiligen spezifischen Bedarfe/Anliegen der einzelnen Positionen vorgestellt und diskutiert sowie in kurzen Runden die nötigen Fragestellungen zusammengetragen, die für einen strukturierten Aushandlungsprozess benötigt werden.
Es handelt sich hier um Fragestellungen die die jeweilige Position für sich selber zu klären hat oder im Dialog mit den jeweils beiden anderen Positionen. Durch die Wechsel der Stationen werden alle Positionen einmal eingenommen und somit die verschiedenen Sichtweisen hinterfragt und aufeinander abgestimmt.

Am Ende haben Sie ganz praktische Elemente und Anregungen erhalten, um Ihre Vielfalt in der alltäglichen Personalarbeit besser nutzbar zu machen.

Referenten

Oliver Schmitz ist Geschäftsführer der berufundfamilie Service GmbH

Vor der Übernahme der Geschäftsführung war Herr Schmitz sieben Jahre als Auditor für das audit berufundfamilie tätig und hat zahlreiche Unternehmen und Institutionen beratend begleitet. Im Jahre 2006 hat er als damaliger Geschäftsführer eines international tätigen Unternehmens das audit berufundfamilie im eigenen Betrieb durchführen lassen und wurde im Rahmen des Unternehmenswettbewerbs Erfolgsfaktor Familie ausgezeichnet.
Neben seiner Tätigkeit bei der berufundfamilie ist Herr Schmitz auch als Dozent an Hochschulen mit Vorlesungen zu den Themen lebensphasensorientierte Personalpolitik sowie Arbeitsorganisation und Arbeitsbewältigung tätig.

 

Sonja Lambert

Sonja Lambert

Leiterin Stabsstelle Diversity Management
AOK Hessen