Forum 2 – Nachwuchs 2.0: Kongress-Nachbericht

Dr. Brigitte Scheuerle

Dr. B. Scheuerle

Armin Bayer

Armin Bayer

Brauchen wir wirklich nur Akademiker?
Es ist gar nicht so lange her, da hieß es ohne Akademiker gibt es keinen Wohlstand. Eine Weltwirtschaftskrise später verbreitet sich die Erkenntnis: Die duale Ausbildung ist eine der wichtigsten Säulen unserer Wirtschaft. Was macht duale Ausbildung hierzulande wieder attraktiver? Wie können sich Schule und Wirtschaft besser vernetzten? Wie kann man mehr Fachkräfte regenerieren? Das Forum Nachwuchs 2.0 stellte im “Speakers-Corner-Format” vier beispielhafte Projekte vor, die beweisen: Nicht nur das Handwerk, sondern auch die duale Ausbildung hat goldenen Boden.

Wie tickt die Generation Z?
Zunächst sollte man die junge Generation der zukünftigen Fachkräfte verstehen lernen. Andreas Eiling zeigte zu Beginn seines Impulsvortrages verschiedene Blickwinkel auf die Generation der unter 25-jährigen und deren Ansprüche an ihre zukünftigen Arbeitgeber: „Die Generation Z hat eine höhe Leistungsbereitschaft, klaren Perspektiven und den Wunsch nach flexiblen Herausforderungen.“ Sie habe keine Affinität zu Hierarchien, arbeite zweck- und teamorientiert und habe eine andere Kommunikation als die vorherigen Generationen. Dies sei unter anderem auf die sozialen Netzwerke und das Internet zurückzuführen. Die Generation Z sei dadurch gewohnt spielerisch und audiovisuell zu lernen und das mit Spaß. Der Wunsch dieser Generation nach einer “Life-Work-Balance”, anstelle der “Work-Live-Balance” sei höher denn je.

NachwuchsVier Wege, vier Projekte.
Im Anschluss stellte Amin Bayer von der Handwerkskammer Frankfurt Rhein-Main, vier Projekte rund um die Berufsorientierung, den Übergang Schule-Wirtschaft und der Möglichkeit einer höheren Wertschätzung der dualen Ausbildung vor. Das erste Projekt MINT, der Technikschule Darmstadt, beschäftigt sich damit, Kinder rechtzeitig und spielerisch für Technik zu begeistern, sprich bereits in der Grundschule. Dr. Engin Bagda, Dozent der Technikschule Darmstadt, berichtete davon wie er und andere Praktiker, häufig Studenten oder Rentner, an acht Schulen rund 800 Kinder mit Spaß an Experimente heranführen und so alltägliche physikalische Zusammenhänge herstellen.

Das zweite Projekt wurde von Hans-Heinrich Benda, der IHK Darmstadt vorgestellt. Die IHK Darmstadt Rhein Main Neckar startete 2011 zur Unterstützung der Schulen und Unternehmen das Projekt Zukunftswerkstatt. Das Ziel des Projektes, mehr Jugendliche in eine Ausbildung bringen. Gelingen soll dies unter anderem durch einen reibungslosen Übergang von der Schule in die Ausbildung.
Das dritte Projekt, vorgestellt von Bernd Sieber der Handwerkskammer Frankfurt Rhein-Main, ist TOPAS: Top-Ausbildungsstellen im Handwerk. Dies ist eine Arbeitsgemeinschaft der Kreishandwerkerschaft des Wetteraukreises und der TOP-Ausbildungsbetriebe der Region. Engagierte Handwerksbetriebe verschiedenster Branchen verpflichten sich freiwillig, besondere Qualitätsstandards im Bezug auf die Ausbildung von Jugendlichen zur erbringen. Damit sollen die Qualität und Attraktivität der Ausbildung im Handwerk gesteigert werden und die jungen Menschen für eine Ausbildung im Handwerk begeistert werden.

Das vierte Projekt, vorgestellt von Dr. Brigitte Scheuerle der IHK Frankfurt am Main, ist die Werkstatt Frankfurt. Dieses Projekt beschäftigt sich mit unqualifizierten Menschen zwischen 25 und 45 Jahren, welche keinen üblichen Ausbildungsweg gewählt haben, sondern sogenannte “Spätstarter” sind. Die Werkstatt Frankfurt qualifiziert diese Menschen nach, führt sie zum Berufsabschluss und generiert so weitere Fachkräfte.

Nach der Vorstellung dieser vier Projekte, konnten die Teilnehmer des Forums Nachwuchs 2.0, in die vier “Speakers-Corners” gehen und dort mit den jeweiligen Ansprechpartnern der Projekte sprechen, um mehr darüber zu erfahren. Die Technikschule Darmstadt zum Beispiel hatte in ihrer “Ecke” sieben Drittklässler der Andersenschule Darmstadt, die demonstrierten wie viel Spaß sie beim experimentieren mit der Technik und der Physik haben. So wurde im Forum Nachwuchs 2.0 nicht nur über den Nachwuchs gesprochen, sondern auch mit ihm.

zur Präsentation